Like ice in the sunshine....

...schmelzen unsere kleinen Puschel zwar zum Glück nicht, aber die meisten Hamster zeigen ein deutlich verändertes Verhalten bei sommerlicher Hitze.
Einige leiden sogar sichtlich und reduzieren ihre Bewegungen auf das Notwendigste.
Manche Hamster liegen untätig in der Behausung herum, gerne an kühleren Stellen und teilweise liegen sie flach an den den Boden gedrückt und suchen so nach Abkühlung.


Abkühlung im Sandbad
Ein kühles Sandbad verschafft Linderung (dazu unten mehr ;-))


Soviel vorweg: Das oben beschriebene Verhalten ist durchaus nicht ungewöhnlich, sollte uns Körnergeber jedoch dazu animieren, dem Hamster Linderung zu verschaffen.
Dazu gleich mehr.

Sollten weitere Symptome hinzutreten, wie flache, schnelle Atmung , im schlimmsten Fall Maulatmung und/oder das Tier in die Seitenlage gehen, dazu vielleicht noch sehr apathisch erscheinen und auf äußere Reize nur noch verzögert oder gar nicht mehr reagieren, dann liegt eine Kreislaufkrise vor. Besonders, wenn das Tier längerer Zeit großer Hitze und im schlimmsten Fall noch direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt war, ist die Gefahr einen Hitzschlags groß.
Das Tier ist in akuter Lebensgefahr und sollte schnellstens einem Tierarzt vorgestellt werden!

Bis zum Eintreffen beim Tierarzt sollte das Tier möglichst kühl gehalten werden.
Ein Kühlakku in der Nähe der Transportbox (nicht direkt beim Hamster!!!) kann auf dem Weg zum Tierarzt Linderung verschaffen.
Auch ein feuchtes, kühles Handtuch auf der Transportbox kann helfen. Bitte darauf achten, daß der Hamster nicht zu kalt wird (Erkältungsgefahr) und weder den Kühlakku noch das Handtuch annagen kann.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, gibt es hier ein paar vorbeugende Maßnahmen, die dem Hamster helfen, die heißen Sommertage zu überstehen.

1. Standort des Käfigs

Der Käfig sollte so stehen, dass direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird.
Andererseits sollte aber auch keine Zugluft vorhanden sein.
Ein schattiges Eckchen wäre ideal.

Weniger empfehlenswert ist ein Standortwechsel. Besonders, wenn der Käfig dazu täglich bewegt werden soll (nachts im Hamsterzimmer, tagsüber in einem anderen Raum).
Ein solches Vorgehen bedeutet Streß und sollte nur als allerletzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden, wenn die Zustände im Hamsterzimmer unerträglich sind.
Keinesfalls sollte der Hamster in einem herkömmlichen Keller untergebracht werden... die dort herrschenden Temperaturen von regelmäßig nur 18 Grad oder weniger sind ungesund weil der Hamster sich bei derartigen Bedingungen schnell erkältet. Außerdem sind die meisten Keller nicht nur kühl, sondern auch feucht. Keine gute Mischung für den Hamster.

2. Kühlung des Hamsterzimmers

Das Hamsterzimmer sollte nur morgens und abends gelüftet werden, damit die warme Tagesluft draußen bleibt. Oft hilft es auch, die Vorhänge/Rollos geschlossen zu halten.
Beim Lüften bitte wieder darauf achten, dass der Hamster keine Zugluft abbekommt.
Ein Ventilator bringt nicht viel Abkühlung, steigert jedoch das Risiko, dass der Hamster sich durch Zugluft erkältet.

Möglich ist es aber, den Ventilator beim morgend- oder abendlichen Lüften vor dem Fenster zu positionieren, damit die kühle Luft von draußen schneller in den Raum strömt und hier besser verteilt wird.
Wiederum bitte auf die Verhinderung von Zugluft für den Hamster achten! Falls das Tier in einem anderen Zimmer Freilauf erhält, wäre das eine gute Gelegenheit in der Abwesenheit des Hamsters das Zimmer mal ordentlich durchzupusten.

3. Kühlung am und im Käfig

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Zunächs ist an den Einsatz von Kühlakkus zu denken. Diese kann man an den Käfig legen, je nach baulicher Möglichkeit auch unter den Käfig. allerdings bitte nicht in den Käfig, weil der Hamster sonst zweierlei Gefahren ausgesetzt ist: Zum einen könnte er sich direkt auf den Akku legen und sich dort leicht erkälten. Zum anderen wird er den Kühlakku annagen. Nicht nur das Abschlucken des Kunststoffs ist schädlich; darüber hinaus ist auch die in den Kühlakkus enthaltene Kühlflüssigkeit nicht zum Verzehr geeignet.
Eine andere Möglichkeit wäre eine Umbauung des Kühlakkus. Aus hamstergeeignetem Holz wird eine kleine Kiste gebaut, die den Kühlakku aufnimmt.
Bitte darauf achten, dass die Kiste nicht angenagt und schon gar nicht vom Hamster geöffnet werden kann. Im Zweifel nur unter Aufsicht anbieten.
Wer keine Kühlakkus hat, kann den gleichen Effekt mit einer Gefrierdose (oder einem ähnlich tiefkühlgeeignetem Behältnis) erzielen, in der Wasser eingefroren wird.
Die Warnhinweise bzgl. des Kühlakkus gelten natürlich entsprechend.

Empfohlen wird auch, ein kühles/feuchtes Handtuch auf/um den Käfig zu legen. Hierbei ist jedoch genau darauf zu achten, dass der Hamster das Handtuch nicht erreichen kann. Stoffäden, die der Hamster beim Annagen des Handtuchs herauszieht, können schlimme Verdauungsprobleme bis hin zum Darmverschluß auslösen.
Oder - als Nistmaterial verwendet - können mit den Stoffäden Gliedmaßen abgeschnürt werden.

Gut geeignet ist auch die Methode, eine Fliese in den Käfig zu legen. Hierbei ist darauf zu achten, dass sich das Tier weder an den Kanten noch durch Unterbuddeln der (schweren!) Fliese verletzen kann. Es empfiehlt sich hingegen nicht, die Fliese vorher im Eisfach/Kühlschrank zu kühlen. Wenn sich der Hamster auf die so gekühlte Fliese legt, kann er sich leicht erkälten.

Des Weiteren hilft es oft, großzügige Sandflächen anzubieten. Ob der Sand vorher extra gekühlt oder befeuchtet werden soll, ist Geschmackssache. Ich persönlich halte leicht gekühlten Sand für ok, während ich davon abrate, den Sand zu befeuchten, weil sonst unter Umständen die Gefahr einer Erkältung besteht.


Für Hamster, die zu scheu sind, um sich längere Zeit ungeschützt in ein Sandbad zu legen, kann das Sandbad auch innerhalb einer Höhle angeboten werden.



Tonuntersetzer mit Sand
Dazu bedarf ist nicht viel Aufwands.
Zunächst nimmt man einen herkömmlichen Tonuntersetzer, den es in jedem Geschäft für Gartenzubehör gibt.
Die glasierte Variante hat den Vorteil, leichter zu reinigen zu sein, falls der Hamster Sandbad und Klo verwechselt ;-))


Tonhöhle
Alsdann setzt man eine passende Tonhöhle auf den Untersetzer. Diese Höhlen gibt es in den verschiedensten Ausführungen in den Aquaristikabteilungen der Tierhandlungen.

Im Bedarfsfall kann die Tonhöhle angefeuchtet werden.
Ton speichert die Feuchtigkeit und kühlt so bei der Verdunstung die Luft leicht ab.
 








4. Kühlung des Hamsters?

Kann oder sollte auch der Hamster gekühlt werden?
Die Antwort ist ein klares Nein!

Wie oben schon mehrfach erwähnt, erkälten sich Hamster leicht und anders als bei uns Menschen ist eine Erkältung für Hamster oft eine sehr ernste, häufig sogar tödliche, Erkrankung.

Keinesfalls sollte der Hamster befeuchtet oder gar gebadet werden!

Allenfalls überlegenswert ist es, bei Teddyhamstermännchen mit extrem langer Schleppe, diese leicht einzukürzen.


5. Worauf sollte man sonst noch achten?

Plastikhäuschen und Hamsterwatte haben in einem Hamsterkäfig ohnehin nichts zu suchen.
In Plastikhäuschen bildet sich wegen der mangelnden Belüftung ein ungesundes Klima, welches ein Milieu für Bakterien und Pilze bietet. Plastikhäuser sollten also spätestens im Sommer aus dem Käfig verbannt werden, weil die Hitze sich in Plastikhäusern noch zusätzlich staut und die Problematik der Bakterien- un Pilzbesiedlung noch einmal verschlimmert wird.
Darüber hinaus kann auch daran gedacht werden, das Holzhaus sommertauglich zu gestalten. Großzügige Belüftungslöcher kennzeichnen zum Beispiel ein Sommerhaus. Vielleicht möchte der Hamster auch ganz in ein Papierhaus (Bastelanleitung: klick ) ziehen?


Papierhaus - einfach in der Herstellung Ein solches Papierhaus ist einfach in der Herstellung, ein schönes Sommerhaus und ein riesen Spaß für den Hamster, wenn er es fachmännisch zerlegen kann ;-)

Hamsterwatte birgt Risiken - vom Darmverschluß bis hin zu abgeschnürten Gliedmaßen. Im Sommer forciert Hamsterwatte darüber hinaus den Hitzestau.
Bessere Alternativen sind unbedrucktes Toilettenpapier und - wenn es der Hamster mag - Sand.

Frischfuttter und Wasser (beides trotz der Hitze nicht gekühlt -> Verdauungsprobleme!) sollten reichlich und täglich frisch zur Verfügung stehen.
Insbesondere die täglich Nestkontrolle und die Entfernung der Frischfutterreste sind jetzt Pflicht! Frischfutter vergammelt bei den sommerlichen Temperaturen sehr schnell.



Zum Schluß noch ein Hinweis:
Ich habe die Ratschläge auf dieser Seite gewissenhaft zusammengestellt. Sollten trotzdem materielle oder immaterielle Schäden aufgrund meiner Ausführungen auf dieser Seite eintreten, so übernehme ich dafür keine Haftung!




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